Der Lockdown aus Sicht eines Hüttenwirts

Liabe Leid,

bisher hob i die Entscheidungen von unserer Regierung hingenommen, a teilweise verstanden und a immer positiv denkt.

Ja as Virus is bei uns, ja er is gefährlich, ja wir müssen was macha.

NUR LANGSAM REICHTS!

Wir befinden uns seit Ende Oktober im Lockdown – Seit Ende Oktober derf i keine Gäste mehr bei mir bewirtschaften. Die komplette Wintersaison is für uns gestorben.

Das ma die Wintersaison rettn – hom ma im Herbst nu fleißig in unser Hygienekonzept investiert…

… Außentische eingehaust – das de Gäste a draußen sitzen kennan

… für unsere Gaststube die großen Tische durch kleinere ersetzt damit sich die nötigen sinnvollen Abstände a eingehalten werden kennan

… ham a nu Trennwände gebaut – um das Ansteckungsrisiko zu minimieren

Na guad, des Zeig steht hoid jetzt seit dem mas im Oktober/November kaft hom rum und is nu ned einmal zum Einsatz gekommen.

Lichtblick war dann, dass wir unsern To-Go-Verkauf machen derfen, jedoch stehn leider die Einnahmen mit unseren Ausgaben in keiner Relation.

Seit Ende Oktober hom mia die Hilfe vom Staat in Höhe von ca. 9.000,00 Euro bekommen.

Aba wenn ma de Fixkosten vo ca. 6.000,00 Euro pro Monat nimmt is des ganze a nur a Tropfen auf an heißen Stein.

Und ja, es gibt da nu unsere Oktoberhilfe – die wir jetzt Ende Februar beantragen können. Und vielleicht im März ausbezahlt bekommen.

Des ois hama aktzeptiert, Kredit aufgnumma da uns ja eine Perspektive versprochen wurde. Doch dann gestern, bitte was soll des für eine Perspektive sei?

Ja bei einem Wert unter 100 für 14-Tagen derf i meine Außengastronomie vielleicht ab 22.3. aufsperren – is da Wert jedoch über 100 soll i wieder schließen.

Freilich, ich stelle i meine Mitarbeiter wieder ei und sog, das ma an Dienstplan nur für 2 Dog im Voraus schreim kennan. Und se rechnen miasn das es sei ko das wir am nächsten Dog nimma aufsperrn derfen.

Freilich, ich kaufe meine Lebensmittel nur auf Sicht von 2 Tagen ein – ist ja bei einer Hütte so dass ma schnell moi ins Geschäft nebenan an rein ko um Nachschub zu holen.

Freilich, fragen wir nach den Kontaktdaten (was ich jetzt nicht schlecht finde), aber jetzt a nu as Testergebnis vorlegen losn, des werd uns de Gäste a verdreim.

Natürlich könnt Ihr vorher einen Tisch bestelln, bei einer Gastronomie am Berg wo man genau sogn ko, wann man vom Berg wieder zurück is – und se schon in der fria entscheidet wo ma hingeht.

Freilich werden wir des alles machn, weil wir irgendwie Geld verdienen müssn, damit wir (Betrieb, Familie, Mitarbeiter) überleben können.

Doch des san für mi koane Perspektiven.

Do wärs besser is sperr mei Hütte zu und such ma an neuen Job.

… dann hob i vielleicht wieder Nächte wo i durchschlofn ko

… muas I ma ned jeden Dog Gedanken machen wie i des übersteh

… wie vui Schuidn i nu auf mi nehmen muas

… wie i mit meinen Mitarbeiter weiter moch

… wie des ois weiter geht

I woas das des Virus schlimm is, aber dann soin unsre Politik a mehr für de kloana Betriebe unternehma, dass es a fia uns möglich is zu überleben!

I mecht mi trotzdem fia de ganze Unterstützung wos i vo allen Seiten bekommen hob dankn.

Und I hoff das uns Gastronomen, Hoteliers, sowie allen anderen kleinen Betrieben jetzt endlich moi a vernünftige Perspektive gebotn wird!

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